Hey Betzefans, liebe Latschos,

die neue Saison steht vor der Tür und wir – Die roten Latschos – gehen als offizieller Fanclub des 1. FC Kaiserslautern e.V. aktiv in unsere vierte Spielzeit.

Im Folgenden erfahrt ihr, was uns im vergangenen Jahr beschäftigt hat und wie es künftig weiter geht.

Rückschau

Mensch was war da letzen Sommer los!? Deutlich mehr als nur verhaltene Euphorie herrschte vor. Man hatte wirklich das Gefühl der FCK erfindet sich selbst neu, ohne dabei seine Wurzeln und Werte zu vergessen. Eine wohlwollende Grundstimmung machte sich breit. Die Bereitschaft geduldig mit der abermals neu formierten Mannschaft umzugehen, ein Schulterschluss gar – alles da!
Doch all die vielen Bemühungen, die forcierte Aufbruchstimmung – die zwischenzeitlich (vor Saisonbeginn) tatsächlich aufflammte, so fair muss man an dieser Stelle sein – nicht bloß zu erzeugen, sondern dauerhaft den Glauben an das unmöglich scheinende zu befeuern, sind nichts wert, wenn die Mannschaft nicht liefert. Und das tat sie nicht.

Ruhe, Konstanz, Erfolg? Fehlanzeige!

Turbulente Zeiten – im Zusammenhang mit dem FCK eine abgedroschene und dennoch leider immer wieder zutreffende Floskel. Denn was sich Mitte der Hinrunde von Spiel zu Spiel immer klarer abzeichnete: Nicht bloß das ausgegebene Minimalziel, der 9. Tabellenplatz, sondern gleich die Existenz des gesamten Vereins drohte ernsthaft in Gefahr zu geraten. Die Stimmung verschlechterte sich folglich rapide und blieb bis ultimo am Tiefpunkt. Ein wünschenswerter, positiver Ruck, wie beispielsweise 2008, ging nicht durch die breite Fanmasse. Es waren maximal halbherzige Bemühungen.

Aus war es mit der erhofften Kontinuität auf und neben dem Platz. Interne Reibereien und Machtspielchen gerieten zwischenzeitlich an die Presse und schadeten so dem Ansehen des FCK. Die Mannschaft sah sich öffentlich dem (berechtigten) Vorwurf ausgesetzt, ein charakterloser Haufen von Einzelgänger ohne Herz und Mumm zu sein – Stichwort ‚Mentaliätsproblem‘. Ausnahmen bestätigten hier sicherlich die Regel.
Zuvor hatte Tayfun Korkut ohne Angabe von Gründen das Handtuch geworfen und somit den FCK in eine größere Bredouille gebracht. Ihm folgte dann noch in der aktuellen Sommerpause, für mich vollkommen überraschend, Lauterns Sportdirektor Uwe Stöver, dem die anhaltende Kritik wohl zu sehr zugesetzte. Im Nachhinein schon auch eine vertretbare Entscheidung, denn wer will von einem Stuhl aus arbeiten, an dem dauerhaft gesägt wird. Trotzdem in vielerlei Hinsicht bedauerlich.

Ja, sein Saisonziel mag er klar verfehlt haben – und dass nicht bloß um drei Punkte, sprich einen Sieg. Nein gewiss nicht… Dafür passte sportlich einfach zu wenig zusammen und es wurden zu viele Totalausfälle verpflichtet. Dennoch hätte ich eine weitere Zusammenarbeit begrüßt. Nicht bloß der Kontinuität wegen.
Diese Saison hätte er mit ausreichend Vorlaufzeit seinen Kritikern das Maul stopfen können, aber er tut es nicht. Uwe Stöver zieht künftig das wirken an anderer Stelle vor. Für die Kiezkicker des FCSP wird er fortan Ausschau nach passenden Spielern halten.

Hätte. Würde. Könnte.

Beim pfälzischen Traditionsverein sorgte diese Hiobsbotschaft in Mitten der heißen Phase des Sommertransferfensters für großes Aufsehen. Die große Sorge, man würde handlungsunfähig wichtige Zeit im Rennen um neue Akteure verlieren, bewahrheitete sich jedoch glücklicherweise nicht. Ein Übergangskonstrukt um Chefscout Boris Notzon scheint vieles richtig gemacht zu haben.

Ganz im Gegensatz zu den Verantwortlichen, die (noch immer) mit der Aufgabe betreut sind, einen Nachfolger in sportlichen Belangen zu finden. Erste Meinungsverschiedenheiten der beteiligten Gremien kristallisierten sich schon während der Rückrunde bei der grundlegenden Frage heraus, wie genau der FCK hier überhaupt in die Zukunft gehen will. Hier herrschte lange Zeit kein gemeinsamer Konsens und so richtig lässt sich auch heute noch nicht die künftige Marschroute erkennen. Bevor diese Frage jedoch abschließend geklärt ist, stellt sich mir die Frage, mit wem es denn dann irgendwann mal weiter gehen soll, derzeit überhaupt nicht. Und so verwundert es auch kaum, dass es auf Grund dieser Unsicherheit (wohl) reihenweise Absagen hagelt, man derweil ratlos und ohne Lösung dasteht.

Eine Einigung muss her.

Welche Kompetenzen bekommt der neue Mann? Wird er in die Vorstandschaft eingebaut oder bleibt es beim unterstellten Sportdirektor? Und wann ist der geeignete Zeitpunkt gekommen? …Fragen über Fragen.
Augenscheinlich tendiert man zwar dazu, den Vorstand um eine weitere Person zu vergrößern. Ich fürchte jedoch, die Würfel sind auch hier noch nicht gefallen… was dann mittlerweile auch nicht weiter schlimm ist. Die aktuelle Mannschaft steht, der Einfluss eines neuen Machers wäre somit äußerst gering und bis das winterliche Transferfenster öffnet, wird sich schon jemand finden. Hoffentlich!

Eines kann man jedoch mit Gewissheit sagen: Hans Peter Briegel wird es nicht sein – und das ist meines Erachtens auch gut so.
Ja, der Name hätte dem FCK vielleicht gut getan, aber die Persönlichkeit? Als Spieler war ‚die Walz aus der Pfalz‘ unumstritten eine Ikone auf dem Betzenberg und auch als Trainer wusste er international zu überzeugen. Doch heutzutage!?

Das liebe Geld

Wie dem auch sei. Nicht nur hier agierte man kürzlich eher unglücklich. Die langwierige Suche nach einem verlässlichen Hauptsponsor schien endlich beendet. Die Presse wurde geladen und die üblichen, teils vollkommen abgehobenen Spekulationen kochten hoch. Dann der, nennen wir es mal Marketinggag: Neuer Hauptsponsor ist – Trommelwirbel – der alte Hauptsponsor. Ernsthaft!?
Nichts gegen ‚Top12.de‘, deren Engagement gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, aber es ist doch schon irgendwie bezeichnend. Monate der intensiven Suche vergehen und am Ende will keiner auf die Brust des ach so ruhmreichen FCK? Stattdessen wechselt der amtierende Hauptwerbepartner, die Rolle rückwärts wagend, zurück vom Ärmel wieder auf die Front des Jerseys. Immerhin eine Konstante.

Abstiegskampf

Was erwartet uns nächstes Jahr? Böse Zungen behaupten ja, man habe bewusst am Rande des Abstiegs gespielt, da nur am sportlichen Abgrund die Mehrheit der Mitglieder eine Ausgliederung mit tragen würden. Dieser These kann und will ich so nicht folgen. Fakt ist aber, dass es auch in der kommenden Saison schwierig werden könnte.

Ausblick

Übermorgen tritt der 1. Fußballclub Kaiserslautern e.V. dann auch schon wieder gegen den Ball. Das Saisonauftaktspiel bestreiten die Roten Teufel auswärts – ausgerechnet gegen die „Glubberer“ aus Nürnberg. Kaum zwei Monate nach dem letzten Aufeinandertreffen quasi eine Neuauflage des 34. Spieltags der vergangenen Runde. Ob es schon hier ein Wiedersehen mit Everton – der bedauerliche zu den Franken gewechselt ist – geben wird, bleibt fraglich. In jedem Falle ein verdammt starker Gegner, bei dem es fast schon traditionell kaum Punkte zu holen gibt.

Überhaupt hat es der Start in die Saison 2017/2018 in sich:

FC Nürnberg (A)
Darmstadt 98 (H)
Fortuna Düsseldorf (A)
Eintracht Braunschweig (H)

Probe aufs Exempel

Obgleich es in dieser zweiten Liga keine ‚leichten‘ Mannschaften (sowie Top-Favoriten) mehr gibt, werden diese Spiele/Gegner wohl ein wirklicher Gradmesser, denn nach dieser Phase wird nicht nur eine erste, belastbare Prognose möglich sein.

Im ersten Heimspiel lockt gleich einer der beiden ehemaligen Bundesligisten. Dabei kann dieses S(onntagss)piel, auch auf Grund der regionalen Nähe, direkt zu einem richtungsweisenden Publikumsmagneten werden. Gelingt es hier einen, in meinen Augen, sehr wichtigen Sieg einzufahren und überzeugt man obendrein noch mit ansehnlichem Betzefußball, so wird sich das positiv auf die Zuschauerzahlen für kommende Heimspiele auswirken.
Wünschenswert, denn ein gegenteiliger Trend war letztes Jahr zu beobachten und der Absatz der Dauerkarten schrumpft auf ein neues Tief.

Selbstredend sind wir gegen Darmstadt dabei und machen den Lilien die Hölle heiß. Auswärts dann erstmals am 3. Spieltag in Düsseldorf – wo der FCK letztlich eindeutig zu oft den Kürzeren gezogen hat.

Es gilt den Kampf anzunehmen und Zähne zu zeigen. Erneute Beschwichtigungen gestandener Spieler, die Truppe müsse sich erst einmal finden, ist man unterdessen nur noch bedingt bereit anzunehmenden.
In der Sache sind solche Aussagen ja richtig. Dennoch: Keine Mannschaft geht unverändert in eine neue Sasion, manche haben sogar noch einen neuen Trainerstab oder kommen gleich aus einer anderen Liga, was eine viel größere Umstellung bedeutet. Das kann also keine Legitimation für schwache Spiele sein. Eine selbstbewusstere Einstellung und kämpferische Gangart, verbal und vor allen Dingen auf dem Platz, wären wünschenswert.
Doch wohler soll die schon kommen? So weh es tut – wir sind Ligadurchschnitt. Alles andere ist Selbstbetrug.

Der Trainer wird’s schon richten

Dabei beneiden wohl nicht gerade viele Norbert Meier um seinen Job. Er wird aus einer stabilen Defensive heraus spielen lassen. Das ist sein Stil, damit hatte er früher schon Erfolg und dass gibt der Spielerpool auch in diesem Jahr wieder so her. Größere Sorgen bereiten einem da auch eher das Mittelfeld und die Sturmreihe, obgleich wir diese Saison stärker aufgestellt sein sollten. Es gilt zu hoffen, dass sich die einzelnen Mannschaftsteile schnell finden. Auch wenn es in der kommenden Saison wahrscheinlich keine Offensivszenen am laufenden Band geben wird und es am Ende auf einen Platz in der Mitte rauslaufen wird – stimmt der Einsatz, kann man auch damit gut leben.

Eigene Talente, gestandene Kicker, Perspektivspieler, wenige Leihen – eine gesunde Mischung und doch gilt: Die Mannschaft 2017/2018 bleibt eine Wundertüte … der ich mindestens den vorzeitigen Klassenerhalt gönne. Noch einmal zittern bis zum Ende? Daran will sich wohl kein Betze-Gänger gewöhnen. Und auch die Buchmacher mit ihren Quoten dürfen gerne Lügen gestraft werden! Hier ist Norbert Meier nämlich auf Platz eins gelistet: Für den ersten Trainerrauswurf. Und ein Trainer geht selten, weil es so richtig gut läuft…

Kein Geheimnis: Ein guter Saisonstart ist Gold wert und hinterher ist man immer schlauer. Es gilt abzuwarten und Bier zu trinken.

Drei Jahre … ist ja schon bald nicht mehr wahr

Auch in der letzten Saison haben wir den Jungs den ein oder anderen Besuch abgestattet. Viele Highlights sind dabei leider nicht in Erinnerung geblieben.
Eine nette Pyroshow in Fürth inkl. Punkte, die ‚Nur zusammen sind wir Lautern‘-Freikarten als kleines Dankeschön für unsere Treue, mit dem Besuch bei der Zweitvertretung (k)ein Heimspiel für uns Latschos in Koblenz, …
Sei es drum. Bier und Wurst haben uns immer geschmeckt und es geht letztlich um so viel mehr als das.

Historie 2016/2017

1.Spieltag: Hannover 96 (H, 7)
2.Spieltag: Würzburger Kickers (A, 2)
3.Spieltag: Fortuna Düsseldorf (H, 2)
5.Spieltag: VfB Stuttgart (H, 6)
6.Spieltag: Dynamo Dresden (H, 3)
11.Spieltag: SpVgg Fürth (A, 5)
15.Spieltag: FC Sankt Pauli (A, 3)
17.Spieltag: FC Nürnberg (A, 4)
18.Spieltag: Hannover 96 (A, 1)
20.Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A, 4)
21.Spieltag: SV Sandhausen (H, 9)
22.Spieltag: VfB Stuttgart (A, 1)
30.Spieltag, Regionalliga: TuS Koblenz (A, 13)
30.Spieltag: TSV 1860 München (H, 4)
31.Spieltag: Karlsruher SC (A, 5)
32.Spieltag: FC Sankt Pauli (H, 3)
33.Spieltag: FC Erzgebirge Aue (A,2)
34.Spieltag: FC Nürnberg (H, 7)

Die ersten Tickets sind auch schon bestellt. Auf ein Neues! Euer

El Presidente

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