Wenn du dich morgens um 7 Uhr in Toulouse, Südfrankreich in dein Auto setzt und es spätestens bei der Abfahrt Metz anfängt zu kribbeln, dann kann es eigentlich keine andere Alternative geben als „Die mit dem roten … Trikot!“. Also wird spontan das Navi aktualisiert, das neu überreichte Latscho-Unikatsshirt übergestreift und der Weg zum Betze gesucht! Spontan. Latscho. Geil.

Nach 12 Stunden Fahrzeit komme ich also schließlich am Berg an, parke, kauf ein Ticket für die West und ab geht’s. Die erste Stärkung des Tages sind gleich mehrere pfälzer Spezialitäten am Imbisstand hinter der West und das erste Bier verträgt sich auch ganz gut. Dann verfalle ich in einen leichten Schlaf, aus dem ich ca. 10 Minuten vor Anpfiff sanft von meinem Nachbar Ruben geweckt werden: „Alder, schläfch du?“ – Ab diesem Zeitpunkt schlafe ich nicht mehr.

In purer Vorfreude auf das bereits zweite Heimspiel für mich in der doch noch so jungen Saison starte ich mit dem Support und werde aus Prinzip auch erst in der 90. Minute damit aufhören!

Ob es ne gude Saison wird? Schwer zu sagen, wenn der Verein den du liebst schon wieder in der Lage ist, sage und schreibe 40 Transfers zu tätigen. In ein solches Unternehmen würdest du normalerweise keinen Penny investieren, keine einzige Aktie kaufen und düstere Prognosen geben. Aber es ist und bleibt eben de Betze und das Kampfspiel gegen die Lilien (wir berichteten) stimmen mich leicht positiv für mehr.

Das Spiel begeistert mich phasenweise sehr, es ist jedoch eher schreckhaft wie wenig von den Löwen aus Braunschweig kommt, waren sie doch in der letzten Saison lange Zeit Mitfavorit für den direkten Aufstieg ins Oberhaus. In der Halbzeit dann das spontane Treffen mit Simon hinter 6.1, nächstes Mal stehen wir dann wieder gemeinsam. 😉 Am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden, was keinem weiterhilft. Vor allem in Kiel und in Sandhausen müssen nun Punkte her, doch ehrlich gesagt muss sich die Mannschaft in beiden Bereichen noch stark verbessern und finden: Vorne fehlen mir die Ideen und hinten standen die Männer in rot erschreckend weit vom Gegner weg, was zum Glück nicht wirklich bestraft worden ist.

Nach einem schicken Spiel mit guter Stimmung erreiche ich das heimatliche Bingen 16 Stunden nach Abfahrt, beende den Tag mit einem letzten Gläschen und denke mir: Geil. Spontan. Latscho!

Thommy

Was sonst noch auffiel: Der „neue“ Capo hat das gut gemacht: Ich habe schon lange nicht mehr das Gefühl gehabt, dass da jemand so sehr auf die Kurve hört wie er am heutigen Spiel. Anstatt vieler Singsanglieder waren es echt viele alte – schon lange nicht mehr gehörte – Klassiker!
Überraschend. Geil. Weiter so!

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