Mittwoch, 24.01.2018 – Das erste, richtungsweisende Punktspiel im Jahr 2018 steht an und es soll nicht ohne uns stattfinden. Folglich pilgern sechs Latschos nach Darmstadt, um die Jungs in den roten Trikots nach vorne zu schreien.

Die Stimmung ist angespannt, schwankt zwischen Euphorie und großer Sorge. Dessen ungeachtet tut es gut, wieder mal die altvertrauten Gesichter zu sehen.

Die Anreise vergeht wie im Flug. In Darmstadt werden wir freundlich von der Polizei empfangen und über Rot gewunken. Den Parkplatz hält uns Lukasz frei. Ein paar Minuten später fällt auch der letze Latscho, aus Frankfurt kommend, aus einem Shuttlebus. Endlich wiedervereint!

Das schon von weitem her sichtbare Flutlicht des altehrwürdigem Stadion am Böllenfalltor steigert nur noch mehr die Lust auf ein hoffentlich spannendes Fußballspiel. Ein Ort für Fußballromantiker.

Mit dem Einlaufen der Mannschaften wird eine kleine Konfetti-Luftballons-Choreografie gezeigt und auch der Support macht in den ersten Spielminuten Hoffnung. Rund 3.000 Lautrer können immer wieder Akzente setzen.
Mehr allerdings, befindet unser Nebenmann, gibt das „Fot***stadion“  auch einfach nicht her.

Erstes Fazit: „Du, die Ultras werden auch immer jünger.“ „Nein, wir werden einfach nur alt.“

Das Spiel wirkt zu Beginn zerfahren. Darmstadt dominiert optisch, ohne allerdings wirklich gefährlich vor das Tor zu kommen. Lautern kämpft tapfer und hält gut dagegen. Die Null steht!
Im Spielaufbau hapert es allerdings – obgleich sich der Rückkehrer Ruben Jenssen gut einfügt – und gefährliche Abschlüsse bleiben Mangelware. Kurz vor der Pause ein Distanzschuss aus der zweiten Reihe. Das war es dann aber auch schon. Halbzeit.

Zweites Fazit: Grundsätzlich gut und dennoch sehr ausbaufähig.

19:37 Uhr – Ein Blick auf das Handy bestärkt das Gefühl, dass die Pause etwas zu lange geraten ist. Das ‚Warum?‘ bleibt vorerst unbeantwortet.
Minuten vergehen. Spätestens aber als ein vorfahrender Rettungswagen die ersten Gerüchte um den Gesundheitszustand des Coach befeuert und endgültig als die Bank des FCK durch die Ersatzspieler geräumt wird, wird klar: Dieser Fußballabend wird kein normales Ende nehmen.

Ratlos verbleiben die Zuschauer beider Lager. Während die Heimfans inne halten, schallen immer wieder „Strasser, Strasser“-Rufe aus dem Gästebereich in das weite Rund, wird ein „You’ll Never Walk Alone“ angestimmt.

Dann die Gewissheit: Der Cheftrainer des FCK hatte während der Halbzeitpause einen akuten Herzschwächeanfall erlitten und befindet sich auf dem Weg ins Krankenhaus. Das Spiel wird folgerichtig abgebrochen.

Beide Teams kehren mit den einfühlsamen Worten des Stadionsprechers noch einmal auf den Rasen zurück. Begleitet vom aufbauenden Applaus aller Tribünen.

Drittes Fazit: Die Fans und Offiziellen des SV Darmstadt 98 verhalten sich erstklassig. Danke!

„…du bist der beste Mann!“

Jeff Strasser, ein Typ, dem man die hundertprozentige Identifikation mit dem Verein sofort abnimmt und der mit der Übernahme des Trainingsbetrieb ein klares und starkes Bekenntnis zum FCK gegeben hat, ja somit letztlich neuen Mut hat keimen lassen, lebt den FCK. Daran kann kein Zweifel bestehen.

Viertes und wichtigstes Fazit: Gesundheit ist das höchste Gut.

Lieber Jeff, auch wenn dir der Betze eine Herzensangelegenheit ist, gilt es selbiges zu schützen. Pass auf dich auf und werd wieder vollständig gesund. Wir brauchen dich. Du hast ein Kämpferherz. Weiterhin gute Besserung Jeff – „You’ll Never Walk Alone!“

Die roten Latschos

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